Ein Beispiel

Beispielhafte Umsetzung des Konzeptes "Unser Dorf liest"
Bordenau - Unser Dorf liest

Unser Dorf liest

Der Friedrich-Bödecker-Kreis in Niedersachsen hat seit 1995 in mehreren Gemeinden Niedersachsens unter dem Gedanken "Unser Dorf liest" versucht, das literarische Leben sowie dadurch auch das dörfliche Gemeinschaftsleben zu aktivieren. In den am Projekt beteiligten Gemeinden ist dies - z.T. eindrucksvoll gelungen.

Getragen wurde das Projekt von Arbeitsgruppen in den einzelnen Dörfern. Diese wurden von uns unterstützt bei den Veranstaltungen zur Förderung der ländlichen Lesekultur. Es waren dies Lesungen, Vorträge, Aktionen, Aufführungen, Ausstellungen rund um die Literatur, die sich an alle Bevölkerungsschichten wandten, d.h. sich in die dörflichen Strukturen einpassten, die z.T. Kooperationen sowohl mit den ansässigen Vereinen als auch den Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen waren.

Die Veranstaltungen waren z.T. sehr aufwendig und unter Beteiligung vieler Personen realisiert worden (z.B. die Inszenierungen in Coppenbrügge), z.T. gab es aber auch Veranstaltungen in kleineren Kreisen (Leseabende usw.). Entsprechend unterschiedlich war auch das vom FBK zu leistende finanzielle Engagement. Die Erfahrung hat gezeigt, dass je mehr das Projekt im dörflichen Leben Fuß fasst, desto weniger finanziellen Anschub benötigen sie. Vieles wurde durch eigene Leistung und Mittel auf die Beine gestellt. Dennoch gab es auch vom FBK vermittelte Lesungen, die in gewisser Hinsicht einen Höhepunkt der Veranstaltungen bildeten.

Besonders erfreulich ist u.E. die Freude der Dörfer am Ausprobieren neuer Veranstaltungsformen für die Literatur. Hier war vom FBK aus oft eine gewisse Absicherung des finanziellen Restrisikos zu leisten. Die inzwischen sehr zahlreichen Presseberichte geben sehr genau Auskunft über das, was in den Gemeinden bewegt wurde, zu welcher Kreativität man fähig war und ist. Dies ist natürlich nicht in allen Dörfern gleichmäßig vorhanden. Besonders die Gemeinden Coppenbrügge und Bordenau haben sich hervorgetan, so dass über diese sogar mehrfach im Rundfunk (NDR) berichtet wurde.

Als Fazit können wir festhalten, dass die Konzeption des Projekts „Unser Dorf liest“ sehr viele dankbare Mitmacher findet, wenn zwei Voraussetzungen gegeben sind.

  1. Es muss sich eine kleine Arbeitsgruppe finden, die das Projekt im Dorf trägt (Ansprechpartner ist, koordiniert usw.) und
  2. Es muss eine Betreuung von außen (d.h. hier vom FBK) geben, die auch den größeren Zusammenhang herstellt (z.B. Informationen aus den anderen beteiligten Dörfern weitergibt), Ideen einbringt und weiterleitet, Autoren vermittelt und nicht zuletzt teilweise auch bei der Finanzierung hilft.

Weniger erfolgreich verläuft das Projekt, wenn in der Nähe der Dörfer Städte mit reichem kulturellem Angebot vorhanden sind (s. z.B. Seesen), dann ist es schwerer, kulturell interessierte Personen an das Projekt heranzuführen. Für die rein ländlichen Gebiete hat sich das Projekt sehr gut bewährt.

Weitere Informationen in der Broschüre „Unser Dorf liest“ (zu beziehen beim FBK, bitte nachfragen)