Gedanken werden durch das Aufschreiben zu Texten

Schreibwerkstätten

Schreibwerkstätten und Workshops, der kreative und spielerische Umgang mit Sprache und Geschichten, sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Friedrich-Bödecker-Kreises. Diese Elemente finden sich in vielen Autorenbegegnungen und Veranstaltungen.

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren zusammen, die darin erfahren sind, vor einem jungen Publikum zu lesen, die den Dialog mit Schülerinnen und Schülern suchen über den gelesenen Texte hinaus, und schließlich die Teilnehmer anleiten, eigene Texte zu verfassen und öffentlich zu machen. Diese Texte betreffen die jungen Leute mit ihren ganz persönlichen Fragen, Ansichten und Erlebnissen.

Über das Selber-Schreiben entwickelt sich erfahrungsgemäß schließlich am Ende auch ein neues, positiveres Verhältnis zum Lesen und zum Buch. Schreibwerkstätten gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie eine besonders nachhaltige Form der Leseförderung sind.

Autoren in der Schule - Schreibwerkstätten für Jugendliche

Der Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. in Niedersachsen bietet in Zusammenarbeit mit der VGH-Stiftung Schreibwerkstätten für Jugendliche an. Diese werden von Schriftstellern an zwei Tagen im Rahmen des Unterrichts durchgeführt.

Bei den Schreibwerkstätten lesen Autorinnen und Autoren vor Schulklassen, führen Gespräche mit den Schülern und erarbeiten gemeinsam Texte. Die Kinder und Jugendlichen werden angeleitet, sich eigene Geschichten auszudenken oder gemeinsam zu entwickeln. Da sich durch das eigene Schreiben bei den Jugendlichen ein positives Verhältnis zum Lesen und zum Buch ergibt, sind Schreibwerkstätten eine nachhaltige Form der Leseförderung.

 

Ziele der Schreibwerkstätten:

o      Aktive und kreative Auseinandersetzung mit Sprache

o      Stärkung einer reflektierten Selbstbestimmung durch die schriftliche Formulierung eigener Gedanken, um mögliche Perspektiven für das zukünftige Leben zu erkennen

o      Stärkung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen

o      Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses Jugendlicher unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft

 

Schulklassen jeden Schultyps können sich um eine zweitägige Schreibwerkstatt im Schuljahr 2016/2017 bewerben. Es stehen 20 Werkstätten zur Verfügung. Diese werden von den Autorinnen Uschi Flacke, Cornelia Franz, Doris Meißner-Johannknecht, Carolin Philipps, Margret Steenfatt und Anja Tuckermann sowie von den Autoren Nevfel Cumart, Jens Schumacher, Manfred Theisen und Harald Tondern durchgeführt. Nach Absprache sind auch andere Autorinnen und Autoren möglich. Die genauen Projektbeschreibungen der Autoren finden Sie unter folgendem Link:
Informationen zu den zehn vorgeschlagenen Autoren:
  pdf.


 

Bewerbungsbedingungen:

o      Teilnahme an der Lehrer-Schreibwerkstatt mit der Autorin Carolin Philipps am

Freitag, 26.08.2016, 14 bis 17 Uhr in Hannover (VGH Versicherungen,

Schiffgraben 4)

o      Kurze Begründung für die Autorenauswahl (Abstimmung mit den Lehrplänen, Einbettung in den Unterricht etc.)

o      Eigenbeitrag der Schule in Höhe von 100 € pro Schreibwerkstatt

o      Ausgefüllter Bewerbungsbogen

(Download Bewerbungsformular)

 

Die Bewerbungen sind bis zum 8. Juni 2016 zu richten an:
Friedrich-Bödecker-Kreis e.V., Sophienstr.
2, 30159 Hannover, Tel. 0511/9805823
Fax. 0511/8092119   
Email fbk.nds(at)t-online.de

Über die Vergabe entscheidet ein Gremium, bestehend aus Mitgliedern des Friedrich-Bödecker-Kreises e.V., des Niedersächsischen Kultusministeriums und der VGH-Stiftung. Mit der Zusage erhalten die Lehrkräfte eine Einladung zum Lehrerworkshop.


Schwerpunktprojekt Haupt- und Förderschule

Konzept

Ein Autor oder eine Autorin kommt über einen bestimmten Zeitraum in einem Schulhalbjahr in eine Haupt- oder Förderschule. An fünf aufeinanderfolgenden Tagen (bei Bedarf auch anders aufgeteilt) besucht er oder sie eine Klasse (bzw. eine altershomogene Gruppe, die 25 Teilnehmer nicht überschreiten sollte), stellt den Schülern neue Texte vor und diskutiert mit ihnen. Außerdem erarbeitet der Autor bzw. die Autorin gemeinsam mit den Schülern – und mit Unterstützung der Lehrkräfte – deren eigene Texte. So können z. B. Gedicht-Bücher, Stadtteil-Beschreibungen oder Filmtexte entstehen.

Durch die Kontinuität der lese- und schreibfördernden Impulse erreicht man eine besonders nachhaltige Wirkung. Das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, sich schriftlich auszudrücken, wird intensiv gefördert. Ziel ist, Mut und Selbstvertrauen gerade bei diesen jungen Leuten in Haupt- und Förderschulen zu stärken und die Integration ausländischer und benachteiligter Jugendlicher zu fördern.

Die Ergebnisse der Schreibwerkstatt werden für die beteiligte Klasse  gesammelt und in einem Buch veröffentlicht. Meistens entstehen aber besondere Dokumentationen, die über die Gruppe hinaus verschenkt werden können. Einzelne Beiträge können auch öffentlich vorgetragen werden (Schulfest/Abschlussveranstaltung der Projektwoche o. Ä.).

Erfahrungen

Der Erfolg einer Schreibwerkstatt hängt wesentlich vom jeweiligen Autor ab, der sie durchführt, aber auch von den Randbedingungen, d. h. von der Betreuung und Vorbereitung durch die Lehrer.  Im FBK sammeln sich seit vielen Jahren Erfahrungen mit Schreibwerkstätten. Profitieren sie davon. Sprechen Sie uns an. Hier einige Beispiele:

„ ... Als Fazit lässt sich sagen, dass die Arbeit mit dem Autor neue Möglichkeiten des Zugangs zu Texten für Hauptschüler eröffnet hat. Beeindruckend war die Fähigkeit einzelner Schüler und Schülerinnen, ausgelöst durch die Schreibwerkstatt, ihre Gefühle in den Geschichten zum Ausdruck zu bringen. Ich hoffe, Sie können auch andere von der wichtigen Aufgabe der Lese- und Schreibförderung für HauptschülerInnen überzeugen.“

„... Letztendlich aber haben alle Schüler (mit zwei Ausnahmen) Geschichten geschrieben, in denen sie eigene Gefühle verbalisiert haben. Sie waren in die Lage versetzt worden, sich zu ihren eigenen Ängsten, ihrer Trauer, ihrem Hass, aber auch ihrer Freude zu bekennen. Am Nachmittag des ‚Tages der offenen Tür‘ gingen alle Schüler der Schule mit den von ihnen erarbeiteten Projekten an die ‚Öffentlichkeit‘. Alle in unserem Projekt erarbeiteten Ergebnisse sind ‚plakatiert‘ worden. Fünf Geschichten wurden während eines Programms in der Aula vorgelesen. Da die Lage in dieser Aula so chaotisch war (Disziplin, Akustik usw.), entschloss ich mich, diese Geschichten vorzutragen. Und es spricht für die Qualität der Texte, dass es zum ersten und zum letzten Mal in dieser Aula mucksmäuschenstill wurde. (...)“

„... Den Abschluss des Workshops bildet am nächsten Tag das ‚freie Schreiben‘. Die Themen finden wir diesmal bei einem ‚Gruppencluster‘, einer nützlichen Technik, mit der man Ideen und Assoziationen sammeln und gleichzeitig ordnen kann. Ich schreibe die Ideen der Hauptschüler an die Wandtafel. Dann kann sich jeder das Feld aussuchen, über das er schreiben möchte. Und es funktioniert auch diesmal wieder. Die sechzehn Mädchen und Jungen scheinen alles um sich herum vergessen zu haben. Sie schreiben. (...)
Als wir uns alle am Mittwoch zum abschließenden Gruppenfoto vor die Wandtafel mit den bunten Plakaten stellen, höre ich, dass alle gern noch weitermachen würden. Oder zumindest gern noch einmal bei so einem Workshop mitmachen würden. Nächstes Jahr vielleicht, heißt es. Kann sein, dass ich es mir einbilde, aber irgendwie hat sich wirklich etwas verändert in dieser Klassengemeinschaft. Alle Teilnehmer hören den anderen aufmerksamer zu, sie fragen nach, sind interessierter und zugewandter. Aber sie sind auch selbst mitteilsamer geworden. Sie öffnen sich beim Schreiben und einigen gelingt es, mit ihren Geschichten tiefe Anteilnahme in der Klasse auszulösen. Von Tag zu Tag lässt die anfängliche Scheu gegenüber dem fremden Autor nach und es wächst das Vertrauen – in die anderen und vor allem in sich selbst. Die Jugendlichen ‚schaukeln‘ sich im Laufe dieser Woche gegenseitig ‚hoch‘. Mancher, der seinen Text anfangs mal eben so runtergeschrieben hat und dann merkt, wie viel Aufmerksamkeit andere mit ihren Geschichten bekommen, drängt beiläufig auf die Wiederholung bestimmter Schreibanlässe. (...)“

 

Organisation und Finanzierung

Überlegen Sie, mit welcher Gruppe Sie arbeiten wollen, welcher Autor oder  welche Autorin für die Altersstufe in Frage kommt und in welchem Zeitrahmen Sie die Schreibwerkstatt durchführen wollen. Vorteilhaft ist die Einbettung in die Unterrichtsplanung oder die Durchführung in einer Projektwoche.

Überlegen Sie sich ein Finanzierungskonzept (ggf. müssen Anträge an Sparkassen, Banken oder Stiftungen gestellt werden).

Lassen Sie sich einen Autor vom FBK empfehlen, informieren Sie sich ausführlich, nehmen Sie Kontakt zum Autor auf und besprechen Sie die Einzelheiten der Schreibwerkstatt.

Stellen Sie die Schüler auf den Autor ein.